Kennst du das? Der Wohnwagen steht die meiste Zeit des Jahres einfach nur da. Sommer, Herbst, Winter — er wird gewartet, versichert, bezahlt, und benutzt wird er vielleicht drei, vier Wochen im Jahr. Den Rest der Zeit tut er nichts außer Stellplatz kosten und langsam an Wert zu verlieren.
Mir ging das lange genauso durch den Kopf, bevor ich mich näher mit dem Thema Vermieten beschäftigt habe. Die erste Reaktion war ehrlich gesagt Skepsis — fremde Leute in meinem Wohnwagen? Was, wenn was kaputt geht? Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Genau diese Fragen will ich hier ehrlich durchgehen, ohne dir was schönzureden.
Die Rechnung, auf die es ankommt
Fangen wir mit dem an, was am Ende wirklich zählt: dem Geld.
Ein Wohnwagen in ordentlichem, gepflegtem Zustand lässt sich je nach Größe, Alter und Ausstattung für etwa 50 bis 90€ pro Tag vermieten. Ältere, einfachere Modelle liegen eher bei 30-40€, neuere mit guter Ausstattung auch mal über 100€.
Nehmen wir ein realistisches Szenario: 60 Vermiettage im Jahr — das sind, verteilt über die Saison, vielleicht 6-8 Vermietungen à 7-10 Tage. Bei einem Tagespreis von 70€ macht das 4.200€ Bruttoeinnahmen.
Davon gehen ab:
- Provision der Plattform: meist 15-20% (also ca. 630-840€)
- Versicherung während der Vermietzeit: nochmal ca. 300€
- Wertverlust durch Nutzung: realistisch 500-600€/Jahr
- Instandhaltung/kleine Reparaturen: ca. 200-250€/Jahr
Unterm Strich bleiben dir — je nach genauer Konstellation — irgendwo zwischen 1.500 und 2.500€ echter Gewinn im Jahr. Für ein Fahrzeug, das sonst nur rumsteht, ist das ein gutes Ergebnis.
Was so eine Vermietung in der Praxis bedeutet
Hier wird es interessant, weil die reine Zahlenrechnung nur die halbe Wahrheit ist. Was bedeutet das konkret an Aufwand?
Die Übergabe dauert je nachdem, wie erfahren dein Mieter mit einem Wohnwagen ist, zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Du zeigst, wie die Gasanlage funktioniert, wie der Kühlschrank umgeschaltet wird, worauf man beim Fahren mit Anhänger achten muss, wo die Sicherungen sind. Wer noch nie einen Wohnwagen gezogen hat, braucht hier wirklich eine gründliche Einweisung — das ist keine Fünf-Minuten-Sache, wenn du es richtig machst.
Die Rückgabe geht meist schneller, 20-30 Minuten, plus Reinigung danach — rechne hier nochmal mit einer halben Stunde, mehr wenn dein Wohnwagen eine Nasszelle hat.
Insgesamt landest du bei vielleicht 2-3 Stunden Aufwand pro Vermietung — nicht nichts, aber auch überschaubar, wenn man es auf den Ertrag pro Vermietung umrechnet.
Die Sache mit der Sorge um den Wohnwagen
Das ist der Punkt, an dem viele zögern, und ich verstehe das gut. Man hängt an so einem Fahrzeug — gerade wenn es neu oder frisch renoviert ist.
Ein Gedanke, der mir dabei geholfen hat, umzudenken: Ein Wohnwagen, der genutzt wird, verliert nicht automatisch mehr an Substanz als einer, der nur rumsteht. Standschäden sind mindestens genauso ein Thema wie Nutzungsschäden. Und die gängigen Plattformen bieten mittlerweile solide Versicherungspakete inklusive Schutz gegen Unterschlagung — das nimmt zumindest das größte Risiko raus.
Was du wirklich brauchst, um zu starten
Anders als man vielleicht denkt, musst du nicht bei null anfangen. Plattformen wie PaulCamper stellen dir das Grundgerüst zur Verfügung:
- Fertige Mietverträge und Übergabeprotokolle
- Tageweise buchbare Selbstfahrervermietversicherung
- Eine Profilseite mit Sichtbarkeit gegenüber tausenden Mietinteressenten
- Zahlungsabwicklung, Kautionsverwaltung, Bewertungssystem
Für wen sich das lohnt — und für wen eher nicht
Es passt gut, wenn:
- Dein Wohnwagen mehr als 5-6 Wochen im Jahr ungenutzt rumsteht
- Dich kleine Gebrauchsspuren nicht aus der Fassung bringen
- Du dir realistisch Zeit für Übergaben nehmen kannst
Es passt eher nicht, wenn:
- Du selbst schon fast durchgehend unterwegs bist damit
- Dir jeder Kratzer schlaflose Nächte bereitet
Rechne es dir selbst aus
Bevor du dich anmeldest: Trag deinen Wohnwagen-Typ in unseren Rechner ein und sieh live, was für dich realistisch drin ist.
Zum Vermietungs-Rechner →Wie ich an deiner Stelle starten würde
Am unkompliziertesten ist es, dich unverbindlich bei einer etablierten Plattform zu registrieren und zu schauen, wie viele Anfragen für deinen Wohnwagen überhaupt reinkommen.
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