Steuern & Recht

Bevor du dich anmeldest: Gewerbe, Steuern & die Checkliste, die ich mir gewünscht hätte

9 Min. Lesezeit

Checkliste auf Holztisch

Als ich mich das erste Mal mit dem Vermieten beschäftigt habe, war die Technik das kleinste Problem. Was mich wirklich aufgehalten hat, waren die Fragen im Hintergrund: Muss ich ein Gewerbe anmelden? Was passiert steuerlich mit den Einnahmen? Brauche ich eine andere Versicherung? Diese Fragen klärt man am besten bevor der erste Mieter kommt — nicht danach.

Wichtiger Hinweis: Ich bin kein Steuerberater, und dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung. Die folgenden Angaben sind Stand 2026 und geben dir eine solide Orientierung — bei größeren Vermietungsumfängen oder Unsicherheiten lohnt sich trotzdem ein kurzes Gespräch mit einem Steuerberater.

Musst du ein Gewerbe anmelden?

Das hängt vom Umfang ab. Vermietest du deinen Wohnwagen nur gelegentlich und in überschaubarem Rahmen, kann das noch als private Vermögensverwaltung gelten. Sobald die Vermietung aber regelmäßig, planmäßig und mit Gewinnabsicht erfolgt — und das ist bei einer Vermietung über eine Plattform wie PaulCamper in der Praxis fast immer der Fall — wird in der Regel eine Gewerbeanmeldung fällig. Auch für die Selbstfahrervermietversicherung, die viele Plattformen anbieten, ist ein angemeldetes Gewerbe häufig Voraussetzung.

Die Anmeldung selbst ist unkompliziert: Du gehst zum Gewerbeamt deiner Gemeinde (oft auch online möglich), meldest ein Kleingewerbe an, zahlst eine kleine Gebühr (meist 20–60€ je nach Kommune), und bekommst deinen Gewerbeschein. Das Finanzamt wird automatisch informiert und schickt dir einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.

Die Kleinunternehmerregelung — lohnt sie sich?

Für die meisten privaten Camper-Vermieter ist die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG die einfachste Variante. Seit der Reform 2025 (unverändert auch 2026) gelten diese Grenzen:

Als Kleinunternehmer musst du keine Umsatzsteuer auf deine Vermietungseinnahmen berechnen und abführen — das spart dir eine Menge Verwaltungsaufwand. Der Nachteil: Du kannst im Gegenzug auch keine Vorsteuer geltend machen, etwa auf größere Anschaffungen. Für die meisten, die "nur" ihren einen Wohnwagen nebenbei vermieten, überwiegt der Vorteil der Einfachheit deutlich.

Wie wird der Gewinn versteuert?

Deine Vermietungseinnahmen sind einkommensteuerpflichtig — aber erst der tatsächliche Gewinn, nicht der Umsatz. Die einfachste Methode, diesen zu ermitteln, ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR): Du stellst deinen Einnahmen (Vermietungserlöse) die tatsächlichen Ausgaben gegenüber.

Absetzbar sind unter anderem:

Wichtig: Auch wenn du am Ende wenig oder keinen Gewinn machst — die Einnahmen sind trotzdem deklarationspflichtig. Verschweigen ist keine Option, auch nicht bei kleinen Beträgen.

Die richtige Versicherung

Deine normale private Kfz-Versicherung deckt eine gewerbliche Vermietung in aller Regel nicht ab. Du brauchst eine spezielle Selbstfahrervermietversicherung — die meisten Plattformen bieten diese direkt tageweise gebucht an, sodass du dich nicht selbst um einen separaten Vertrag kümmern musst. Prüfe trotzdem, was genau abgedeckt ist: Kaskoschutz, Schutz bei Unterschlagung durch den Mieter, und wie hoch dein Selbstbehalt im Schadensfall ausfällt.

Der größte Fehler, den ich beobachtet habe: Leute starten mit dem Vermieten und kümmern sich erst um Gewerbe und Versicherung, wenn schon eine Buchung ansteht. Das klärst du in Ruhe vorher — dann ist es kein Stress mehr.

Deine Checkliste, bevor der erste Mieter kommt

Vor der Anmeldung bei einer Plattform

Rechne dir vorher aus, was realistisch drin ist

Bevor du loslegst: Unser Rechner zeigt dir mit echten Marktzahlen, was nach Provision, Versicherung und Kosten tatsächlich übrig bleibt.

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